29.07.2010 - Es geht nach Spanien und Portugal

"Egal ob Mailand oder Madrid - Hauptsache Italien!"
So ähnlich dachte ich mir das auch. Und heute wurde der Flug gebucht. Der Trip geht von Malaga, über Sevilla, Madrid, Porto, Lissabon nach Faro. Schlappe 2000Km, das geht doch.
Gestartet wird am 04.08 in Malaga. Von dort aus werde ich in acht Tagen über Tarifa und Cádiz nach Sevilla backpacken. Am 12.08 kommt Bernhard nach Sevilla nach und wir werden von dort aus den Süd-Westen Europas erkunden. Ich freue mich vor allem auf das Stadion Bernabeu: Der Tempel des spanischen Fußballs...sagt zumindest halb Spanien, der Rest weist auf das Camp Nou.
Natürlich sind wir mit Video- und Photokameras bewaffnet und es wird so oft wie möglich hier vor Ort gebloggt.


  • Jerry Kiefer
  • Jerry Kiefer

28.07.2010 - Resultat 0

In Deutschland gibt es gefühlt circa zwei Millionen Nachwuchsbands. Talentiert, weniger talentiert, einprägsam, langweilig, vielseitig, eintönig, kreativ, unkreativ, verrückt, genial, interessant, usw...
Ich bin gewiss nicht der einzige Mensch, der schon oft gesagt bekommen hat:" Kennst du die Band '***'? Die sind sehr genial, die musst du dir anschauen!" Und oft kann ich persönlich eine solche Begeisterung für besagte Band nicht nachvollziehen.

ABER:
Eine Nachwuchsband, die immerwieder bei mir und auch bei jedem Zuschauer und -hörer Eindruck hinterlässt ist Resultat0. Die deutschsprachige Band aus dem Raum Bonn schafft es mit eingängigen und vielsagenden Texten das Publikum zu berühren.
Wer auf niveauvollen, deutschsprachigen Indie/ Alternative-Rock steht, sollte auf jeden Fall mal reinhören.
Kostproben finden sich auf der Homepage der Band, der Myspace-Seite, sowie auf Youtube.

Wenn die Jungs in dem Tempo weiter machen, wird Resultat0 bald mit Kettcar und Madsen in einem Atemzug genannt werden. Weiter so!


28.07.2010 - Hagen Rether

Knallhart, ehrlich, hochintelligent und schamlos. Hagen Rether öffnet den Zuhörern die Augen.
Dabei lässt er kein Thema aus: Politik, Kirche, Islam, Gleichberechtigung, Frauenhäuser, Rassismus. So ziemlich jeder Missstand dieser modernen Gesellschaft wird angefasst, durchgeschüttelt und ausgekotzt.
Vor allem live ist Hagen Rether ein absolutes Muss gesehen zu haben. Diese Gelegenheit konnte ich selbst am 15.Mai im Bonner Opernhaus wahrnehmen. Ein dreistündiges Programm, dessen kritischer und intelligenter Inhalt nicht zu überbieten ist. Aber Achtung: Nur für Personen mit Intelligenz und genügend moralischem Verständnis geeignet.

26.07.2010 - Die Deutsche Bahn, das Klima und Ich

Es ist kein schönes Gefühl zu wissen "Dieses Flugzeug wird ohne dich abheben!". Noch unschöner ist es, wenn Dritte Schuld daran sind, seinen gebuchten Flug nicht zu bekommen. So ging es mir am 12.07.2010 in Berlin. 34°c und die S-Bahn meint, sie braucht heute nicht zum Flughafen zu fahren. Immerhin habe ich dank der Information eines Freundes den nächsten ICE von Berlin nach Köln erwischt.
Um 110€ leichter und mit der Zusage, die Klimaanlagen funktioneren einwandfrei, bin ich mit drei Wasserflaschen und meinem Rollkoffer in Berlin-Ost in den ICE gestiegen, der schon zur Abfahrt zehn Minuten Verspätung hatte. Die erste Durchsage des Bahnführers war schon mal ein guter Einstieg in meinen Bahn-Tag: "[...]leider mussten wir den zweiten Teil des Zuges abhängen, da dort die Klimaanlagen defekt sind![...]".

Soweit, so gut. Irrtümlicherweise schulssfolgerte ich daraus, dass in dem Zug, in dem ich mich befand, die Klimaanlage funktionert. Diese Rechnung hatte ich allerdings ohne die Deutsche Bahn gemacht.
Schon ab Berlin Hauptbahnhof mussten Reisende sich damit begnügen, den Gang des ICE's auszuschmücken, da es ja statt zwei nur einen Zug gab. Mit dem Verlassen der Haupstadt, hat uns auch die Klimaanlage verlassen. Spätestens! Und so durften hunderte Gäste eine erlebnisreiche Reise antreten, die schließlich nur sechs Stunden dauern sollte. Bei Außemtemperaturen von 34-36° und Innentemperaturen von 47-53° sollte das doch für geübte und harterprobte Reisende kein Problem sein. Ich bin mir fast sicher, dass sich das die Bahn an diesen Tagen gedacht haben muss.
Nach 45 Minuten kamen bei mir die ersten Zweifel an meiner Gesundheit auf und ich war mir sicher, dass ich diese Fahrt in dieser Situation nicht ganz gesund beenden werde. Bei 47° Innentemperatur kollabierten bereits auf der Strecke Berlin - Wolfsburg mehrere Fahrgäste. Der Bahnführer wurde informiert und ein außerfahrplanmäßiger Halt war hier die beste Lösung für Alle. In Stendal wurde der Zug schon von mehreren Polizeibeamten und Rettungssanitätern erwartet. Die kollabierten Fahrgäste wurden am Bahnsteig ärztlich versorgt.
Der Aufenthalt in Stendal hat um die Neunzig Minuten gedauert und schon nach Sechzig Minuten kamen die Bahnangestellten auf die Idee, dass die Fahrgäste Getränke gebrauchen könnten. Glückwunsch! Da der Zug nicht nur in der Klimaanlage versagte, sondern auch zu wenig Platz für die Reisenden bot, wurde ein weiterer ICE aus Berlin angefordert, in den ein Teil der Reisenden umsteigen konnte. Ich hatte mich dazu entschieden, nicht umzusteigen. Und im Nachhinein kann ich nicht sagen, was besser gewesen wäre.
Wie auch immer...der ICE konnte nach Neunzig Minuten Stendal in Richtung Wolfsburg verlassen. Auf dieser Strecke kam ein Schaffner in das Abteil, in dem ich mich befand und hat die Reisenden gebeten, sich in der ersten Klasse einzufinden, da hier die Klimaanlage defekt ist. Gut, warum auch nicht. Erste Klasse - Erste Sahne. Allerdings wurde in Wolfsburg beschlossen, den Zug nun komplett ausfallen zu lassen.
Also mussten alle Reisenden aussteigen...und das Beste folgte noch. Alle Reisenden mussten demnach in den nächsten ICE steigen, der von Berlin nach Trier fahren sollte. Nach 45 Minuten Wartezeit war es dann soweit. Wir konnten in den ICE einsteigen. Allerdings gab es hier auch wieder mal ein Problem. Nur im vorderen Teil des Zuges funktionierten die Klimaanlagen. Und hier wurde es erst recht kuschelig. Die Gänge des ICEs waren mit Reisenden und Gepäck gefüllt. Immerhin gelang es den Bahnbediensteten auf der Strecke Wolfsburg - Hannover die Klimaanlage im hinteren Zug zur Funktionstüchtigkeit zu überreden.
Also hielt der ICE an einem winzigen Bahnhof, der wohl noch nie einen ICE gesehen hatte. Hier konnten die Reisenden, die nach Köln wollten/ mussten/ dürfen, umsteigen.
Also stieg ich um und konnte einen Stehplatz im Gang gegen einen breiten Sitzplatz in der ersten Klasse eintauschen. Im Prinzip lässt sich sagen, dass das der Höhepunkt des Tages war. Und von Hannover bis Dortmund ist doch tatsächlich kaum Nennenswertes passiert. Aber dann hat die Bahn wieder ein Ass aus dem Ärmel gezogen und alle Reisenden überzeugt. Angekommen in Dortmund gingen die Lautsprecher an:"Sehr geehrte Fahrgäste, die Weiterfahrt verzögert sich. Immoment haben wir keinen Fahrer, da dieser in einer Strecke mit Baumschäden fest hängt[...]."
Sehr interessant waren die Reaktion der Fahrgäste. Aus der Wut und Empörung die noch in Stendal und Wolfsburg herrschte, wandelte sich die Stimmung in Hohn und Gelächter. Da ja kein Fahrer vorhanden war, hatte ich angeboten, die Kiste nach Hause zu fahren. Merkwürdiger Weise wurde dieser Vorschlag nicht ernst genommen.
Nach nur dreißig Minuten war dann auch wieder ein Fahrer vor Ort. Der schaukelte das Schiff bequem durch den ganzen Ruhrpott bis nach Köln.

Fast schon ungläubig konnte ich tatsächlich schon nach nur zehn Stunden Fahrt (statt sechs Stunden) am Kölner Hauptbahnhof aussteigen. Die Regionalbahn nach Aachen war dann auch kein Problem mehr. Allerdings fuhr der ICE nicht wie geplant nach Trier weiter. Stattdessen kamen im Sekundentakt Durchsagen, die wohl einige Personen am Bahnhof vor Wut haben aufkochen lassen. So ziemlich alle Züge, die noch nach Basel, Trier, Frankfurt etc pp fahren sollten, wurden abgesagt. Leider weiß ich nicht, was aus den Reisenden geworden ist, die nach Trier wollten. Die könnten bestimmt auch noch eine weitere bezaubernde Geschichte erzählen.

Immerhin...die Bahn hat mir sofort am nächsten Tag 50% des Fahrpreises erstattet. Auf Nachfrage, welche Vergütung man für diese Tortur mit der Klimaanlage bekommen würde, wurde mir am Schalter im Aachener Hauptbahnhof erstmal mit einem fast schon ekelhaft selbstgefälligen Lächeln gesagt:"Da bekommen Sie nur eine Entschädigung, wenn Sie ärztlich versorgt worden sind!"
Allerdings war diese gute Frau wohl eine Praktikantin...oder die Putzfrau...jedenfalls hatte sie wohl keinen Ahnung.
Auf eine erneute Nachfrage an einem anderen Schalter wurde mir sofort ein Schreiben gereicht. Hier sollte ich nur meinen Namen und alle Angaben zum Vorfall eintragen. Mir wurde gesagt, dass die Bahn diesen Ausfall der Klimaanlage sehr ernst nimmt und den Vorfall wieder gut machen möchte, allerdings sollte ich mich bitte noch bis schätzungsweise September gedulden.
Statt im September, hatte ich schon 14 Tage später ein Schreiben der DB im Briefkasten. Und tatsächlich, die anderen 50% der Fahrtkosten wurde mir anhand eines Wertgutscheins erstattet.


  • Deutsche Bahn Jerry Kiefer
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